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    Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft

    Tagungsprogramm

    Historische Städte sind mit ihrer Vielzahl von möglichen Einzelorten der Textproduktion, der Textaufbewahrung und der Textrezeption mehrsprachige Areale sprachlicher Vielfalt und sprachlichen Innovationspotentials. Neben Texten von Institutionen wie der städtischen Kanzlei sind in historischen Städten auch Texte weiterer Orte der Schriftlichkeit (etwa Klöster, Kirchen, Offizin, Universität) ebenso präsent wie Texte von Individuen (etwa Prediger, Notare) und Gruppen (etwa Kaufleute). Gerade das sprachliche "Agieren von Individuen [...] in historischen Zusammenhängen" (R. Hünecke, in: Historische Textgrammatik. Hg. von A. Ziegler, II, Berlin – New York 2010, S. 989) und institutionellen wie nicht-institutionellen Situationen findet in der jüngeren Sprachgeschichtsforschung zunehmende Aufmerksamkeit.

    Ziel der Tagung ist es, das Potential der vielfältigen Textüberlieferung im Kontext unterschiedlicher Institutionen, Orte und Akteure in historischen Städten für stadtsprachgeschichtliche Fragestellungen zu diskutieren.

    Als Themenbereiche für die Frage nach Institutionen, Orten der Schriftlichkeit und Individuen im Spektrum einer historischen Stadtsprache bieten sich an

    • Sprachhandeln und Textproduktion in der Stadt von unterschiedlichen Akteuren
    • Ausbildung und Etablierung (neuer) sprachlicher Varietäten in der Stadt
    • Entwicklung und Nutzung von Textsortenkonventionen in der Stadt
    • Domänenzuwachs für den (schriftlichen) Gebrauch der Volkssprachen in der Stadt
    • Wandel und Wechsel urbaner Leitsprachen in der Stadt
    • Kommunikationsräume in der Stadt und Entfaltung von Diskursen

     

     

    Vorträge

    (alphabetisch nach dem Namen der Referentinnen und Referenten; strukturiertes Programm folgt nach Eingang der letzten fehlenden Titel):

    Gisela Brandt (Berlin): Nachrichten von entlaufenen Leibeigenen im kurländischen Regionalblatt (1766 - 1810) – Textsortenprofile, regionalsprachliche Infiltration

    Peter Hinkelmanns (Salzburg): Vom Konzept zur Reinschrift. Akteure und Prozesse des Schreibens in der universitären Verwaltung Greifswalds im 16. Jahrhundert

    Rainer Hünecke (Dresden): Syntaktische Variation im Sprachhandeln von Stadtschreibern in den Stadtbüchern von Dresden

    Wolf Peter Klein (Würzburg): Der Variationsfaktor "Stadt" in den Formularbüchern und Rhetoriken der frühen Neuzeit. Einige Beobachtungen und Interpretationen

    Satsuki Kujiraoka (Tokio): Entwicklung der Sprachpraxis in der „Wiener Zeitung“ von 1720 bis 1840. Sprachpolitik und Sprachbewusstsein bei der Standardisierung der österreichischen Schriftsprache

    Lukas Kütt (Würzburg): (Titel folgt noch)

    Bettina Lindner (Eichstätt): Die Sprache des Behaim-Globus anhand ausgewählter Beispiele

    Arend Mihm (Duisburg-Essen): Sprachstile und soziale Rollen im historischen Nürnberg

    Norbert Nagel (Münster): (Titel folgt noch)

    Michael Prinz (Zürich): (Titel folgt noch)

    Stefania Ptashnyk (Heidelberg): Die Universität Lemberg im 19. Jahrhundert: Zwischen Germanisierung und Entgermanisierung

    Nikolaus Ruge (Trier): Vnd begeret das dieſelben geſchickten von Metz die woil duytſche konne(n) das ercleren: Deutsch, Französisch und Latein in den Auseinandersetzungen zwischen Metz und Lothringen 1490–1492

    Ingrid Schröder (Hamburg): Vom Lateinischen zum Mittelniederdeutschen – Schreibsprachenwechsel in der mittelalterlichen Stadt

    Sandra Waldenberger (Bochum): Die deutschsprachigen Texte aus den Acta Pacis Westfalicae – eine bisher unerschlossene Quellenfundgrube für die germanistische Sprachgeschichte

    Klaus Wolf (Augsburg): Wiener Schule und Stadtsprachen. Der Einfluss der Wiener Universität auf oberdeutsche Stadtsprachen

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    Fax: +49 931 31-81114
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